Chronik der Charlottenburger Schützengilde mit historischem Rückblick seit dem 16. Jahrhundert.
Die Geschichte der CSG ist nur in sehr beschränktem Rahmen nachzuvollziehen, da schriftliche Unterlagen so gut wie nicht mehr vorhanden sind, Traditionsstücke, wie Ketten, Fahnen, oder Scheiben nicht mehr existieren. Alles ist durch die Kriegswirren verloren gegangen. Zurückgreifen kann man nur auf Pressedokumentationen und Berichte, die noch sporadisch in Charlottenburger Geschichtsbücher auftauchen.
16. Jahrhundert Entstehung der Bürgerwehr in Charlottenburg. Sie hatte ihre Schießplätze in der Schlossstrasse
1705 Als am 30. April 1705 der erste Magistrat zu seiner ersten Sitzung zusammentrat, bat er in seiner ersten Eingabe an den König um Überlassung des Rathauses mit dem
dahinter gelegenen Schießplatz.
Hier wird erstmals ein Schießplatz erwähnt zum Abhalten von Freischießen.
1706 Es ist wahrscheinlich, dass ihnen auch damals das hinter dem Rathaus gelegene Schießhaus erbaut und zur Benutzung übergeben wurde, dass also der Wunsch, welchen der Magistrat in seiner ersten Sitzung geäußert, aber nur auf einen Schießplatz gerichtet hatte, noch übertroffen wurde.
1721 Das Rathaus und dabei gelegene alte Schießhaus wurde dem Magistrat durch Urkunde vom 8. April 1721 geschenkt. Bis zum 19. Jahrhundert ist dann eine Schützengilde oder Bürgerwehr nicht mehr urkundlich erwähnt.
1835 Den ersten karthografischen Hinweis über das Bestehen eines "Schießhauses" und damit die Verbindung zu einem Schützenverein, fand man in dem Preußischen Urmeßtischblatt von 1835.
Urmesstischblatt
1837 Am 1. April 1837 schlossen sich die Veteranen, welche in dem Befreiungskrieg mitgekämpft hatten, zu einem Verein zusammen, welcher in seinem sonderbaren Namen ,,Trauerverein" wohl seine nächste Zweckbestimmung andeuten wollte, die nach und nach zur großen Armee abgerufenen alten Soldaten nicht ohne äußerliche Ehrung zur Gruft tragen zu lassen.
Regelmäßig wurden gefeiert: das Stiftungsfest, der Geburtstag des Königs und der Gedenktag der Schlacht bei Leipzig.
1848 Am 11. Juni 1848 durch Ministerialreskript genehmigt, richtete der Verein durch seinen Vorstand am 31. Juli 1848 an den Magistrat die Bitte, seinen Statuten die Bestätigung und damit dem Verein die Anerkennung, einer förmlichen Schützengilde mit Korporationsrechten" zu erwirken. Friedrich Wilhelm IV. bewilligte durch die Kabinettsordre vom 17. Februar 1849 die erbetenen Korporationsrechte, ,,soweit solche zur Erwerbung von Grundstücken und Kapitalien erforderlich sind", und nahm dann im Schloßpark Vorstellung des uniformierten und bewaffneten Vereins entgegen, er bewahrte ihm noch weiter seine Huld, in dem er ihm zu einem vorläufigen und dann zu einem dauernden Schießplatz verhalf.
Für die Sicherheit der Stadt, wie es der Bürgermeister Alschefski 1848 geplant hatte, wurde der Verein durch Bürgermeister Bullrich aufgeboten.
Auf sein Ersuchen bildete sich im Juni 1866 aus dem Kriegerverein und der Schützengilde eine Schützenwehr, welche dem bestellten Aufsichtsbeamten bei evtl. Einschreiten unterstellt war.
Der Verein, welcher früher zu jedem Salutschießen die Flinten aus der Cauerschen Anstalt entliehen hatte, seit 1856 mit 20 Gewehren bewaffnet war, vervollständigte seine Ausrüstung mit Hilfe seiner freigebigen Ehrenmitglieder, unter welchen sich Bürgermeister Bullrich, wie später ebenfalls Fritsche, der Stadtrat Gebauer, Kommerzienrat March, der Geheime Kommerzienrat von Schäfer-Voit und der Geheime Regierungsrat Dr. Siemens befanden.
1850 Etwa zu dieser Zeit hielten die Charlottenburger Schützen, die nach Angaben eines Charlottenburger Heimatblättchens 1818 gegründet worden sein sollte, ihre Schießübungen bei einem Etablissement ab, welches sich nach ihnen "Altes Schützenhaus" nannte. Es befand sich an der rechten Seite der Charlottenburger Chaussee und gehörte einem Fabrikbesitzer Rohde. Da sich dieses "Alte Schützenhaus" unmittelbar an der Quelle Fürstenbrunn befand, beantragte dieser Fabrikbesitzer am 14. Mai 1857 beim "Königlichem Polizeipräsidium zu Berlin" das "Alte Schützenhaus" gegen den klangvolleren Namen "Fürstenbrunn" einzutauschen. Nach 2 Monaten sagte man ja: "Euer Wohlgeboren wird hierdurch eröffnet, dass das königliche Polizeipräsidium mittels Erlaß vom 25. d. M. genehmigt hat, daß Ihrem Grundstücke, genannt "Altes Schützenhaus", von jetzt an die Bezeichnung Fürstenbrunn beigelegt werde.
Die Schützen mußten nun ein anderes Domizil suchen.
Alter Stadtplan von 1855 mit dem alten und dem neuem Schützenhaus
Da der Verein die Kosten für die Errichtung einer Schießbude durch Umlage unter seinen Mitgliedern aufgebracht hatte, so entschädigte ihn der König durch ein Geschenk von 2000 Talern zur Errichtung eines Schießhauses und der Verein erwarb dafür ein großes Grundstück im Zuge der heutigen Bismarck Straße am Lietzensee und erbaute darauf das Schützenhaus und Schießstände, welche am 21. September 1850 eingeweiht wurden.
Altes Schützenhaus Fotografie von Heinrich Zille 1890
1857
Das in regelmäßiger Wiederkehr abgehaltene Wettschießen, durch welches Auge und Hand der Vereinsmitglieder erprobt wurde, war mit Festlichkeiten verbunden, welche auch des Zuspruchs der Behörden sich erfreuten und, wie überall sonst in deutschen Landen, durch die Teilnahme der ganzen Bevölkerung zu Volksfesten wurden.
Als im Jahre 1857 der Herausgeber der Berliner Montagspost den Charlottenburger Schützenplatz besuchte, stellte er der ganzen Haltung der Einwohner ein rühmliches Zeugnis aus, indem er einen Vergleich zwischen Charlottenburger und Berliner Volksbelustigungen zog:
,,Was uns durchaus auf diesem sommerlichen Feste erfreut", das sagt er, "ist die gänzliche Abwesenheit einer rohen und lärmenden Menge. Jener häßliche Auswurf, der auf dem Berliner Schützenplatze und dem Stralauer Fischzuge erscheint, fehlt hier vollständig. Selbst die ärmsten Leute sind anständig, und die Gemütlichkeit eines Gastes, der zu seiner Zerstreuung sich für eine Stunde unter die harmlosen Leute verloren hat, wird durch kein Schimpfwort, kein Gezänk und keinen niederträchtigen Hohn verletzt".
.
1892 Der Schießstand, der nach dem Weggang von Fürstenbrunn erworben wurde, ist zum ersten Mal auf einer Karte des Katasteramtes von Charlottenburg 1892 unter den Namen "Schützenverein von Charlottenburg" verzeichnet.
Ausschnitt des Katasterblattes
Ausschnitt des Katasterblattes
1902 Der erste bildlich dokumentierte Schützenkönig der Charlottenburger Schützengilde.
Königsschießen v.09.06.1902
König: Carl Pegel / 1. Ritter: C. Hoppe / 2. Ritter: G. Lange
1903 Anmerkungen zur Gründung der Charlottenburger Schützengilde 1903 e.V.
Die heutige Charlotenburger Schützengilde 1903 e.V. wurde am 24. Februar 1903 unter den Namen "Schießklub Gut Ziel" gegründet und hatte ihren Sitz in Charlottenburg.
Die Satzung war handschriftlich in einem kleinen Oktavheftchen dem Eintragungsantrag beigefügt. Laut dieser betrug das "Eintrittsgeld" 15 Mark pro Mitglied und der Beitrag von monatlich 1 Mark war pünktlich im voraus an den Kassierer zu entrichten.
Alexander Loof, nach Einsicht in das Vereinsregister am 2.10.1998
Die Neugründung im Jahre 1903 und die Errichtung eines Schießstandes in der Nähe des Halensees stieß auf den Widerstand der letzten, noch lebenden Mitglieder der alten Gilde. Die bis dahin vorhandene alte Königskette, die Scheiben und andere Gegenstände sind bis heute verschollen blieben. Erhalten geblieben ist aber eine nach 1903 gefertigte Marmortafel, die die Königs- und Vogelkönigshäuser bis zum Jahre 1936 verzeichnet. Diese Tafel hat heute ihren Ehrenplatz im Luftgewehrstand der Gilde.
Am 1. April 1906 wurde das Wort "Schießklub" in "Schützenverein" umgewandelt. Seit dem 1. April 1908 führt der Verein den Namen "Neue Charlottenburger Schützengilde, gegr. 1903 E.V." Die CSG ist zum ersten Mal im amtlichen Vereinsregister des AG Charlottenburg im Jahre 1909 erschienen. Vor dieser Zeit gab es keine Eintragungen im Amtsregister.
Die "Neue Charlottenburer Schützengilde gegr. 1903" wurde im Amtsblatt vom 2.Februar 1909 als "neueingetragen" aufgeführt. Das geschah vom
Königlichem Amtsgericht, Abt. 36, eingetragen unter der Nummer 47. 1917 dann nannten sich die Schützen „ Charlottenburger Schützengilde 1903 e.V.". Dieser Name ist dann bis heute erhalten geblieben.
Der Schützenverein wurde 1903 obdachlos, da sein Gelände im Zuge der Bismarck-Straße/Kaiserdamm mit 143.000 qm für RM 950.000,-- verkauft wurde. Nach Überlieferungen soll jedes Mitglied RM 20.000, -- erhalten haben. Das entsprach einer Mitgliederzahl von ca. 50 Personen.
Der Verein mußte nun in Spandau ein geeignetes Unterkommen suchen. Dieses fand er dann in Hakenfelde, südlich der Straße Hakenfelde.
Ausschnitt des Pharusplanes von Spandau-Tegel von 1908
Dieser Platz wurde noch mindestens bis zum Jahr 1937 beschossen, da gemäß den Eintragungen der Charlottenburger Schützengilde in der "Märkischen Schützenzeitung" als Schießort "Hakenfelde" angegeben wurde. Auch in Wanderbeschreibungen von der Umgebung Spandaus wurden wiederholt die Schießplätze der Charlottenburger Schützengilde erwähnt.
1910 Ein besonderes Ereignis aus der Gildetradition soll nicht unerwähnt bleiben: Der Deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. wurde im Jahre 1910 Schützenkönig bei den Charlottenburger Schützen und nahm diese Würde „höchstderoselbst persönlich“ an, wie aus unseren Archivunterlagen hervorgeht.
1928 Die Gilde hatte das Glück, von dem Enkel eines ehemaligen Kameraden, Festschriften von Feiern aus den zwanziger und dreißiger Jahrten zu bekommen. Diese sollen zur Abrundung der Chronik beigefügt werden.
Festzeitung (Pdf 1600 KB)
1931 Festzeitschrift von einer Veranstaltung von 1931.
Festzeitung (Pdf 1600 KB)
1932 Festzeitschrift von einer Veranstaltung von 1932
Festzeitung (Pdf 1600 KB)
1935 marschierten Kameraden unserer Gilde beim Vogelkönigsschießen in Straussberg mit.
(Foto aus dem Besitz der Neuenhagen-Hoppegartener Schützengilde)
1936 Das Abschiedsessen des alten Königshauses 1935/1936.
Festzeitung (Pdf 1600 KB)
1936 Bericht aus der Märkischen Schützenzeitung über das Königsschießen.
(Zeitungsbild im Original und Abschrift)
Zeitung aus dem Jahr 1936
Beitrag der Maerkischen Schützenzeitung von Juli 1936.
Abschrift des obigen Artikels
Charlottenburger Schützengilde 1903 e.V.
Gildeheim: Vereinshaus Charlbg. , Berliner Str. 61
Vors.: Alfred Wernicke, Charlbg. , Röntgenstr. 8
Geschäftsstelle: H. Klinker, Charlbg., Kaiser-Friedrich-Str. 100, C 4 – 4146.
Der König rief und alle alle kamen.
So kann man gewiß freudigen Herzens sagen, als Sonntag, den 10.Juni cr. , unser Königsschießen seinen Anfang nahm. Herrlich strahlte die Sonne, als die Schützen nach und nach im Gildeheim eintrafen und eine Genugtuung war es für den Führer der Gilde, Kam. Wernicke, als er 10.30 Uhr die Meldung: „Gilde restlos angetreten“ entgegennehmen konnte.
Stillgestanden! Die Augen links! Ertönte das Kommando. Unter Führung unseres Hauptmanns Lossin, begleitet von zwei Ehrenjungfrauen mit der Hakenkreuz- und Schwarzweißroten Fahne erschien die Fahnenkompagnie. Voran die Fahne unserer Gilde, folgend die befreundeten Gilden,
Wilmersdorf, Gutziel 09,
Treu Schmargendorf,
Siemensstadt,
Standvisier Luisenstadt,
die es sich nicht hatten nehmen lassen, uns zu unserem Ehrentag zu besuchen, und das Fest verschönend zu helfen. So konnte der Marsch, unter Vorantritt des Tambourkorps und der Kapelle unseres Kam. Dräger, beginnen, der den Charlottenburgern zeigen sollte, dass die alte Tradition noch lebt, und es ist uns voll und ganz gelungen.
Welch ein Menschenstrom zog mit uns, als wir durch die Straßen unserer schönen Stadt marschierten, immer mehr kamen hinzu, so dass die uns begleitenden Kameraden von der Polizei, SA. und SS. Mühe hatten, unseren Weg freizuhalten. Aber so wie die Sonne uns freundlich lachte, solch ein freudiger Wiederschein lag auf allen Gesichtern. Winken und begeisterte Zurufe aus allen Fenstern, teilweise aufgezogene Hakenkreuz- und Schwarzweißrote Fahnen, so hielten wir unseren Einzug in die Schloßstr.
Und unser König, Kam. Duhm, sowie seine beiden Ritter, Kam. Schürholz und Höber, konnten in Begleitung des Majors Kam Wernicke nebst Adjutanten Kam. Engelmann, Herrn Stadtrat Holzhüter, Ehrenoffizier Kam Leue die Front abschreiten. Weiter ging der Marsch bis Spandauer Berg zum Kam. Landskron und fand seinen Abschluß in einen wie S.M. sich äußerte, tadellosen Parademarsch. Nach Abbringen der Fahnen und Einnahme der wohlverdienten Atzung ging es zum Schützenhaus Hakenfelde und bald begann der fröhliche Wettstreit. Um 8 Uhr war alles im Gildeheim wieder versammelt, die Gilde angetreten, um die Proklamation des neuen Königs vorzunehmen.
Wer wird es sein? Bald erfuhren wir es.
Kam. Aloys Langer hatte es verstanden, den Königsschuß abzugeben, ihm zur Seite als 1.Ritter Kam. Richard Kottlack und als 2.Ritter Kam. Paul Melcher, ein altbewährter Kämpe. Das neue Königshaus war beisammen, und so konnte die Dekoration vorgenommen werden. König sowie Ritter erhielten außerdem je eine vom Bezirksamt Charlottenburg gestiftete silberne Kelle. Aber noch eine zweite Scheibe, die Kaiserpreisscheibe, war beschossen, und die einzige im Besitz einer Gilde befindliche Kaiserkette konnte unserm Kam. J. Schmidt für den besten Schuß überreicht werden. Die Türen öffneten sich und zur festlichen Tafel konnte geschritten werden. Eine hohe Ehre war es für uns, Herrn Bürgermeister Augustin, Herrn Stadtrat Holzhüter nebst Frau, sowie Gausportleiter und Ehrenmitglied Kam. W. Frensch nebst Frau in unserer Mitte begrüßen zu können und unser Major fand die richtigen Worte in seiner Ansprache, den freudigen Gefühlen unserer Gilde über diese hohe Ehre Ausdruck zu geben. Er konnte weiter begrüßen unsere Ehrenmitglieder, Ehrenoffizier Geh.Hofrat Leue nebst Frau. Kam. Schürholz, den Redaktuer der „Neuen Zeit“ Herrn Wijorra nebst Frau, die Vertreter der uns befreundeten Gilden sowie viele viele Andere. Unmöglich alle Namen zu nennen. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf unsern verehrten Reichspräsidenten und Reichskanzler schloß er seine Rede, an der anschließend das Deutschland- und Horst-Wessel Lied gesungen wurde.
Weiter ging die fröhliche Tafel, bis Herr Bürgermeister Augustin das Wort ergriff und in beredeten Worten zum Ausdruck brachte, wie sehr er sich freue, über den echt deutschen Geist und die echte Kameradschaft die in unserer Gilde herrschen und wie sehr sich die Stadtverwaltung mit Kreisen, die diese Eigenschaften pflegen, verbunden fühle. Noch eine große Überraschung gab es, als unser Major ein altverdientes Mitglied der Gilde, Kam. Wille Kape, zum Ehrenmitglied ernannte. Nachdem noch Kam. Gausposrtleiter Frensch, sowie Vertreter der uns befreundeten Gilden das Wort ergriffen hatten, wurde die Tafel aufgehoben um das Tanzbein zu schwingen, nur noch einmal unterbrochen, um die Preisträger der Silberscheibe bekannt zu geben. Auch hier konnte sich unser ältestes und Ehrenmitglied, Kam. Schürholz, den 1.Preis mit 58 Rg. sichern. Den 2.Preis erhielt der Sieger der Kaiserkette, Kam. Schmidt, mit ebenfalls 58 Rg. und als 3. folgte Kam. P. Ohme mit 57 Rg. So ging das schöne Fest seinem Ende entgegen und froh zog jeder seinen heimischen Penaten zu. Wir aber sprechen unseren herzlichen Dank aus, ganz besonders Herrn Bürgermeister Augustin, Herrn Stadtrat Holzhüter, Gausportleiter Kam. Frensch, Kam. Höher als Leiter des Vergnügungsausschusses mit seinen Mitgliedern, Kam. Oberschießmeister Berndt und Schießmeister Melcher. allen allen Kameraden sowie unserm Gildeheimwirt, Herrn Köstner, und rufe ihnen ein dreifach kräftiges „Gut Ziel Hurra“ zu.
Klinker.
nach oben
1941 Urkunde zur Anmeldung des neuen Vorsitzenden.
Bestallungsurkunde (PDF 385 KB)
1942 bis 1945 Während der Kriegswirren des II. Weltkrieges gingen dann die letzten Inventarstücke aus der alten Gildezeit durch einen Bombenangriff verloren. Es hatte nichts genutzt, dass ein Gildemitglied diese Stücke in seinem Keller vor der Zerstörung bewahren wollte. Auch die kostbare Fahne der Bürgerwehr, die bis zum 2. Weltkrieg im Charlottenburger Rathaus aufbewahrt wurde, ging hierbei verloren.
1951 Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes
1955 Wiedergründung der Charlottenburger Schützengilde l903 e.V..
Am 2.3.1955 um 21.00 Uhr wurde die Wiedergründungsversammlung der Gilde in Anwesenheit von 12 Kameraden eröffnet. Es wurde ein arbeitsfähiger Vorstand gewählt, der aus dem 1.Vorsitzenden, Kam. A. Weise, dem 2. Vorsitzenden, Kam. W.Schäfer, den Schriftführer, Kam. Glabbatz und dem Kassierer, Kam. H. Goehlich bestand.
Der Monatsbeitrag wurde auf DM 2.- festgesetzt, Pensionäre bezahlten DM 1.-.
Protokoll zur Wiedergründung der CSG von 1955
Die Anfangsschwierigkeiten schienen unüberwindlich, fehlten doch ein eigenes Haus und Schießstände. Als Notbehelf schoß die Gilde dann als Gast im Schützenhof in Spandau - Hakenfelde, danach folgten Werkstatträume eines Kameraden (Kudritzki) welche sich auf einem unbebauten Gelände in der Wilmersdorfer Str. Ecke Kantstr befanden. Es war ein Grundstück auf dem später das Kaufhaus Neckermann gebaut wurde. Danach trainierte man in den Kellerräumen des Vereinslokales in Siemensstadt.
1966 Trotz der finanziellen und sonstigen Schwierigkeiten kam in dieser Situation der Wunsch nach eigenen Schießständen auf. Nach erfolgter Geländesuche und vielen Vorbereitungen war es dann 1966 soweit: Dank mühevoller Vor- und Eigenarbeit unseres Ehrenmitgliedes, dem damaligen Bezirksbürgermeister und späteren Stadtrat Hans Bruhn und unseres Vorstandes Theodor Sauer sowie der Spenden und Einsatzbereitschaft aller Kameraden war eine moderne
Luftgewehrübungsstätte mit zwanzig Ständen erstellt worden. Die Einweihung erfolgte am 24.4.1966. Von grosser Bedeutung war, dass wir jetzt eine eigene Unterkunft hatten.
Altes Vereinshaus
Doch es war noch ein weiterer Bauabschnitt in der Planung der Charlottenburger Schützen. Fünf Kleinkaliberstände auf die 50 - Meter-Distanz waren der Wunsch der Schützenkameraden. Auch hier galt es, schwierige Hürden zu überwinden, doch die Zusammenarbeit mit den Behörden der Stadt, Idealismus und Opferbereitschaft der Mitglieder ließen auch diesen Wunsch in Erfüllung gehen.
1968 In diesem Jahr errang Klaus Gierczak den 2. Platz mit dem Zimmerstutzen bei den Deutschen Meisterschaften.
1969 Am 8. Juni 1969 konnte im Beisein des Bezirksbürgermeisters, Herrn Spruch, und anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Fahnen und Hörnerklang der neue Kleinkaliberstand der Charlottenburger Schützen eingeweiht werden.
1976 Nach Fertigstellung der Sportanlagen und weiterem Mitgliederzuwachs entstand natürlich auch der Wunsch nach einem eigenen Vereinshaus. Hier war Fortuna den Schützen hold, denn es ergab sich die Möglichkeit, ein Fertighaus, das abgerissen werden sollte, geschenkt zu
erhalten. Es stand allerdings am Stadtrand von Hamburg, mußte dort abgebaut, verladen, nach Berlin gebracht und hier wieder aufgerichtet werden. All das gelang den Charlottenburger Schützen wiederum unter Hingabe von unendlich vielen Eigenleistungen, Geldspenden aus den eigenen Reihen aber auch mit fremder Hilfe; die Baggerarbeiten wurden zum Beispiel von Angehörigen der britischen Schutzmacht mit Hilfe schweren technischen Gerätes ausgeführt, auch ein Zuschuß des Bezirksamtes half uns weiter.
1977 Im September 1977 war es dann soweit:
Das neue Vereinshaus der Charlottenburger Schützen konnte mit vielen Ehrengästen, darunter der Bezirksbürgermeister, Herrn Dr. Legien, Herrn v. Richthofen vom Landessportbund, Mitgliedern der Bezirksverordnetenversammlung und einem Spielmannszug aus Niedersachsen würdig eingeweiht werden.
1978 Unsere verschollen geglaubte Vereinsfahnen wurde in den Kellerräumen des Rathauses aufgefunden. Unsere Schützen waren wieder mit 11 Siegen an den Berliner Meisterschaften beteiligt. Seit etwa 1974 hatte die Gilde eine ausgezeichnete, durch Horst Ihlenburg betreute Jugendmannschaft,die sich im Berliner Vereinsbereich sehen lassen konnte.
Zeitungsartikel Wanderpokal
Fahnenweihe
1981 Sabine Liebig (16) wurde Deutsche Meisterin im LG-Schießen in der Juniorenklasse. Auch den anderen Schützen gelang es wieder 4 Berliner Meisterschaften zu gewinnen.
1982 In diesem Jahr sind nur die sportlichen Erfolge mit 3 Berliner Einzel und 2 Mannschaftsmeisterschaften zu erwähnen.
1983 Zum 80 jährigem Bestehen der Gilde
Ein Glückwunsch von Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Die sportlichen Erfolge brachten uns 2 Berliner Einzel- und einen Mannschaftsmeister.
Ausmarsch in Steglitz
1984 Sportspiegel: 4 mal Berliner Einzel- und 3 mal Mannschaftsmeister.
1986 Sportspiegel: 5 mal Berliner Einzel- und 7 mal Mannschaftsmeister.
1987 Unsere Schützen bescherten uns in diesem Jahr 10 Berliner Meisterschaften in der Einzel- und Mannschaftswertung.
1988 Weitere Erfolge bei den Berliner Meisterschaften im LG, KK und Armbrust (Sab. Altenpohl). Die hierbei geschossenen Ringzahlen ermöglichten 3 Mannschaften und 6 Einzelkämpfern die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft. Die Krönung war hier das Erringen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Altersklasse.
L.Werner  -  J.Stein  - K.Gierczak
1989 Das Jahr brachte weitere Erfolge bei den Berliner- und Deutschen Meisterschaften. Wir waren bei den DM mit 12 Schützen vertreten. Unserer Altersmannschaft gelang es in der gleichen Besetzung wie im Vorjahr (L. Werner, J. Stein, K. Gierczak) den 2. Platz in der Deutschen Meisterschaft zu erringen.
Es wird über eine Überdachung des Luftgewehrstandes nachgedacht. Dieses Nachdenken ergab dann den vollkommenen Neubau des LG-Standes.
1990 Auch in diesem Jahr gab es sportliche Erfolge in allen Disziplinen. Bei Pokal und Freundschaftsschießen wurden viel 1. Plätze nach Hause gebracht. Sabine Altenpohl konnte sich im Armbrustschießen für die Deutsche Nationalmannschaft qualifizieren. Für die Deutschen Meisterschaften hingen in diesem Jahr die Trauben etwas höher. Wir konnten aber doch wieder mehrere Schützen nach München schicken.
1991 Das Jahr 1991 war für unsere Sportschützen in den Rundenkämpfen und bei den Kreis- und Verbandswettbewerben, und dem Marathonschießen in Bremen sehr erfolgreich. Bei den Kreismeisterschaften konnten 7 1. Plätze und 5 2. Plätze belegt werden.
Die Baugenehmigung für den LG-Stand liegt vor.
1992 Der Bau des LG-Standes wurde in Angriff genommen.
Am 16.5. wurde der 1. Spatenstich dazu getan.
Am 8.10.1992 war das Richtfest
Es dauerte 6 Monate, bis die feierliche Eröffnung stattfand
Am 14.11.1992 war es dann soweit.
Ca. über 3.000 Arbeitsstunden wurden geleistet.
Trotz allem waren noch viel Arbeiten für die Feinarbeit nötig.
Unser LG-Standbau kostete abschließend 75.365.- DM
Trotz der enormen Belastungen aller durch den Hausbau ging der Sportbetrieb weiter, wenngleich bei den Sportwettkämpfen nicht immer an die gewohnten Leistungen angeknüpft werden konnte.
1993 Erringung der Deutschen Meisterschaft im Dreistellungskampf Sportgewehr. Außerdem stellten wir 8 mal den Berliner Meister in den Einzel- und Mannschaftsdisziplinen.Wegen seiner besonderen Verdienste um die Gilde, wurde Axel Rabbach zum Ehrenmitglied ernannt.
Lutz Werner
1994 Die Gilde hatte ca. 99 Mitglieder.
Es war das 90. Gründungsjahr.
Es fanden die üblichen Veranstaltungen wie Königsschießen, Vogelkönigsschießen, Pokalschießen, Weihnachtskaffe und Güldeschießen statt. Auch in diesem Jahr konnten wir 4 mal den Berliner Meistertitel erringen.
1995 Wir hatten in diesem Jahr 100 Mitglieder. Sportliche Aktivitäten fanden im gewohnten Rahmen statt, als da sind Kreis- und Verbandsmeisterschaften, Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften sowie die internen Gildewettkämpfe Es war uns wieder möglich 4 mal Berliner Meister zu werden.
1996 Die Gilde zählte 100 Mitglieder. Sportlich waren wir auch erfolgreich. Das schlug sich durch den Erwerb des 9 maligen Titels des Berliner Meisters nieder.
1997 Der Mitgliederstand hat sich in diesem Jahr nicht verändert. Die Teilnahme an vereinsinternen Veranstaltungen könnte erheblich besser sein. Trotzdem konnten unsere Schützen wieder 7 mal den Berliner Einzelmeister und 3 mal den Berliner Mannschaftsmeister stellen. Claus-Dieter Remer wurde für seine langjährigen Leistungen beim Aufbau und Erhalt der Gilde zum Ehrennmitglied ernannt.
1998 In diesem Jahr sind außer dem normalen Vereinsbetrieb wieder die Erfolge unserer Schützen durch das 3 malige Erringen der Einzelmeisterschaft und einer Berliner Mannschaftsmeisterschaft hervorzuheben.
1999 Um die sportlichen Angebote der Gilde zu verbessern, wird über den Bau eines Kurzwaffenstandes nachgedacht. Wieder waren es unsere Schützen, die durch das Erringen der Berliner Einzelmeisterschaft ( 5 mal) und der Berliner Einzelmeisterschaft ( 3 mal ) hervortraten.
2000 Im Februar begann der Bau des Kurzwaffenstandes.
Am 24.5. erfolgte dann de offizielle Abnahme des Standes.
Es wird in Betracht gezogen unser Vereinsgelände zu erwerben. Sportliche Ergebnisse: 4 mal Berliner Einzelmeister und 2 mal Berliner Mannschaftsmeister.
2001 Unsere Mitgliederzahlhat sich, bedingt durch Todesfälle und Austritte, auf 80 gesenkt. Unsere Schützen wurden 3 mal Berliner Einzelmeister und 2 mal Berliner Mannschaftsmeister. Am 9.11.2001 verstarb unerwartet unser langjähriger Vorsitzender Lutz Werner. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren
2002 Das Jahr 2002 war alles in allem ein vereinsmäßig durchwachsenes Jahr. Im Schießsport war die Ausbeute, trotz großem Trainingsfleißes, bei den Meisterschaftsschießen nicht so groß wie sonst. Wir waren von den Gewinnen in den 90 ziger Jahren zu verwöhnt.
Es fand wieder die regelmäßige Überprüfung der Schießanlagen durch die zuständigen Behörden statt. Alles verlief reibungslos.
In Gemeinschaftsarbeit musste eine Pappel nahe unseres Vereinshauses gefällt werden, die wegen starker Schäden auf Haus und Schießanlage zu stürzen drohte.
Zum ersten Mal fand bei uns zum Gedenken an unseren viel zu früh verstorbenen Vereinskameraden und Vorsitzenden Lutz Werner das „Lutz-Werner-Gedenkschießen statt“. Dieses Schießen wird zwischen der Charlottenburger Schützengilde und der SGi. Teupitz, bei der Lutz Werner ebenfalls Vorsitzender war, jährlich umschichtig durchgeführt.
Wir haben zurzeit 83 Mitglieder.
2003 Das Jahr unseres 100 jährigen Jubiläums. Unsere Mitgliedsstärke ist etwa entsprechend der Jübiläumszahl "100",bedingt durch Neuzugänge von einem Verein, der seine Schießmöglichkeiten verloren hat und so zu uns stieß.
Das Ereignis dieses Jahres war natürlich unsere 100 Jahrfeier. Sie fand im Beisein von befreundeten Vereinen und Gilden statt, die so ihre Gemeinschaft mit uns zum Ausdruck brachten. Ein Glanzpunkt war der Umzug durch die Eichkampsiedlung, angeführt von einer Bundeswehrkapelle, gefolgt von den angesprochenen Vereinen und Gilden in Schützenkleidung und mit Fahnenschmuck.
Einmarsch
Zum Starten des Programms auf die Fläche klicken.
Der anschließende Höhepunkt war die Überreichung der Plakette des Bundespräsidenten, die uns stellvertretend für den Senator für Bildung, Jugend und Sport, Herrn Böger, durch unser Ehrenmitglied und Mitglied des Abgeordnetenhauses, Axel Rabbach, überreicht wurde. Es war eine gelungene Veranstaltung.
2004 Das Jubiläumsjahr 2003 ist vorüber und wir denken voller Stolz daran zurück. Wir haben es unter Mitwirkung aller Vereinskameraden und besonders mit der tatkräftigen Unterstützung unseres 1. Vorsitzenden Manfred Papke geschafft, diese Feierlichkeiten über die Bühne zu bringen. Aber, der Alltag hat uns wieder und unser Schießsport und das Vereinsleben gehen weiter.
2005 Das Jahr begann ruhig. Die Jahreshauptversammlung bescherte und einen neuen Gildevorsitzenden, der den Vorsatz hat, mit viel Elan seine neuen Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehört auch, die Gilde für die Veranstaltung der Feier der 50jährigen Wiederkehr ihrer Wiedergründung im Jahre 1955 vorzubereiten. Das geschah dann in Verbindung mit dem Königsschiessen am 28. Mai dieses Jahres. Auch diese Feierlichkeiten fanden in gebührendem Rahmen statt. Es wurde nun die Umgestaltung des äußeren Geländes in Angriff genommen. Es wurde sozusagen wetterfest gemacht. Die gesamte Einfahrt mit Parkplatz wurde mit Rasensteinen bepflastert. So ist das Gelände auch bei schlechten Wetterbedingungen gut begehbar.
2006
Sportlich brachte das Jahr keine nennenswerten Erfolge. Durch den unerwarteten Tod des Sportwartes im Jahr davor brauchte es einige Zeit, um wieder Tritt zu fassen. Der Mitgliederstand wurde durch den Austritt von einigen Mitgliedern reduziert, welche der Meinung waren, ihrer sportlichen Belangen würde nicht Genüge getan. Zusätzlich traf uns noch der plötzliche Tod unseres 1. Vorsitzenden, der uns in der Wiederaufbauphase überraschte.
Es gelang der Gilde dennoch bis zum Ende des Jahres Ruhe in das Gildeleben zu bringen.
2007
Diese Jahr begann ruhig in allen Belangen. Sportlich konnten einige Mitglieder wieder motiviert werden, am Wettkampfsport teilzunehmen. Es kamen beachtliche Leistungen zu Tage, wenn auch nicht mehr an die Zeit angeknüpft werden konnte als, noch Berliner- und deutsche Meisterschaften errungen wurden. Der Mitgliederstand blieb, bedingt durch Austritte und Neuzugänge, auf dem gleichen Niveau, wie in den letzten Jahren.Durch Besuche und Gegenbesuche bei anderen Gilden und Vereinen konnten neue Freundschaften geschlossen werden.
2008
Dank des Einsatzes unserer Sportwartin konnten wir mit unseren Mannschaften keine außergewöhnlichen Erfolge erringen, aber mit ihrer Motivation uns beachtlich bei den Meisterschaften einbringen. Das Umfeld unserer Gilde haben wir, hier se besonders unseren Parkplatz genannt, in der letzten Zeit erneuert, so dass wir wieder trockenen Fußes unser Gildeheim erreichen koennen.
2009
Das Jahr 2009 war geprägt durch einen Neuanfang in der Struktur der Gilde. Der Vorstand wurde verjüngt und wir sind voller Erwartung, wie sich das im Gildebereich umsetzen wird. Hier wird es sich zeigen, ob der Erfahrungsaustausch zwischen alt und jung funktionieren wird.
2010
Die Jahreshauptversammlung am Anfang des Jahres gab Anlass, sich intensiv über den Fortbestand der Gilde Gedanken zu machen Wir müssen unbedingt einen Weg finden, den Mitgliederstand zu erhöhen. Die altersbedingten Abgänge und das Nichtinteresse der Jugendlichen an dem Schießsport geben zum Nachdenken Anlass.
(Ermittelt und zusammengestellt von Alexander Loof) fin